28. September 2010

Die belletristische Nudel

Madame 1
Ja, ich höre Mademoiselle Lydia. Wenn ich schon als "belletristische Nudel" bezeichnet werde, möchte ich doch auch den Grund für Ihre präzise interpretation dargelegt bekommen.  

Madame 2
Ja, sie hören Mademoiselle Sarah. Sie haben zu hören. Verschließen sie ihr Ohr augenblicklich (… ohrenhörlich) vor unwürdigem Unrat und öffnen Sie es für die harmonischen Klänge der madam’schen Worte, welche bald sanft die Ohrmuscheln liebkosen und umschmeicheln werden. Möge Euer Trommelfell erzittern, entfacht durch leicht betuchte Wohlklänge, welche erwägen den Gehörgang zu durchschreiten. Ich erwäge überdies zu behaupten, dass Sie, in den tiefsten Schluchten und klaffensten Klüften ihrer Gehirnwindungen verborgen, eine Vermutung beherbergen. Und sehr wohl, sie haben Recht: Es ist eine Vermutung meinerseits, dessen, was ihr Wesen über sie verrät und, darüber hinaus, was ich vermute. Madam’sche Vermutungen sind meist von großem Wert, müssen Sie wissen. Eine Nudel ist keck, belletristisch ist schön.

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