24. Oktober 2011

Graupelschauer im Maul


Eigentlich ein ganz normaler Tag, täte man darüber hinaus meine gewaltige schlechte Laune ignorieren. Sie gehörte diesmal zu der Art von schlechter Laune, in der man aus reiner Angriffslust heraus die eigenen Mitmenschen nach Lust und Laune bepöbelt. Schon im ortsnahen Aldi fing es an. Omas und Opas nahmen es für selbstverständlich, die Mitte des gesamten Ganges für sich zu beanspruchen und die Betroffenen hinter ihnen in einer Stauwolke aus Gereiztheit im Schleichtempo dahinvegetieren zu lassen. Auch ich gehörte dazu. Doch da ich zu den durchus ungeduldigen Menschensorte gehörte, durchbrach ich den Stop and Go und schob mich gekonnt sanft am alten Ehepaar vorbei. Ab diesem Moment gehörte ich zwar unter die Kategorie „Die Jugend von heute“ aber mein Mango-Jogurt war mir bedeutend wichtiger. Auch an der Kasse verlief es nicht besser. Die Kassiererin benötigte für den durchaus freundlich gemeinten Satz „Ich wünsch ihne noch eh scheener Daah.“ anscheinend soviel Muskelkraft, dass es ihr wehtat und somit langsamer ausgesprochen werden musste.
Leicht Genervt betraten wir den Rech, mit dem Ziel eine neue Internetbox zu erwerben.
An der Kasse stand nun eine Frau Mitte 40, die aber deutlich jünger wirken wollte, was ihr sichtlich misslungen war. Sie brachte es fertig, selbst den einfachsten Satz „Das macht dann 187 Euro bitte.“ in einer derart erotischen Klanggestalt auszusprechen, dass einem schwindlig wurde und man seine Kreditkarte auch gern noch für andere Dienste über den Tisch geschoben hätte. Als Frau sah man das jedoch anders und so wurde mir weder schwindelig noch wollte ich sie um schmutzige Dienste bitten.
Leicht belustigt verließen wir das Geschäft.

[...]

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